Ruhestand nach über 44 Jahren Amtstätigkeit

Bezirksapostel Klingler kommt nach Arnstadt, um u. a. den dortigen Vorsteher, Gemeindeevangelist Hartmut Walther, in den Ruhestand zu versetzen. Der bisherige Priester, Matthias Koch, wird nach seiner Ordination zum Gemeindeevangelisten als neuer Vorsteher mit der Leitung der Gemeinde beauftragt. Apostel Rolf Wosnitzka sowie die Bezirksämter des Bezirkes Gotha begleiten den Bezirksapostel an diesem Abend.

Nach gemeinsam gesungenem Eingangslied und Eingangsgebet stellt der Bezirksapostel den Gottesdienst unter das Bibelwort Philipper 2, 5:

„Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.“

Nun stimmt der Chor mit dem Lied aus der Chormappe „Heute, heute, so ihr seine Stimme höret…“ (CM 109) die Gottesdienstbesucher ein. Inspiriert vom Liedtext ruft der Bezirksapostel dazu auf, keine verstockten Herzen, sondern Gott gegenüber immer ein offenes Herz zu haben in der Überzeugung, dass ohne Gott nichts geht. Aus der Erkenntnis der Größe Gottes möchte man vor ihm niederknien, niederfallen, ja flach auf dem Boden liegen… Doch Gott neigt sich zu uns hernieder, so dass wir seine Nähe verspüren und erleben dürfen. Er ist immer da!

In ähnlicher Weise hat dies auch Apostel Paulus erlebt, als er aus dem Gefängnis heraus den Brief an die Philipper schrieb. Bleiben wir in der Gesinnung Jesu und in seiner Gemeinschaft, auch wenn wir Fehler gemacht haben. Jesus Christus reicht uns immer wieder die Hand zum Aufstehen, um seine Nähe noch mehr zu verspüren. Jeder in der Gemeinde soll mit einbezogen, wertgeschätzt und nicht ausgegrenzt werden.

Apostel Wosnitzka macht mit seinem Predigtbeitrag deutlich, dass jeder innerhalb der Gemeinde seine Aufgaben hat, und erklärt dies am Beispiel des menschlichen Körpers. Der eine ist wie ein Arm, weil er gut mit anpacken kann, ein anderer wie ein Bein, er ist für seinen Glauben als Christ viel unterwegs. Den Vorsteher der Gemeinde bezeichnet er als „Herz“ der Gemeinde.

In Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl stellt der Bezirksapostel die These in den Raum, dass es doch genügen würde, wenn nur einmal im Jahr die Sünden vergeben würden. Er gibt aber auch gleich eine Antwortet aus seiner Sicht: Es ist wichtig, die Möglichkeit der Sündenvergebung so oft wie möglich zu nutzen. Mit jeder Sündenvergebung gibt Gott die Chance, von neuem anzufangen, es besser zu machen und weiter zu wachsen und damit Christus ähnlicher zu werden.

Noch vor der Feier des Heiligen Abendmahls können die Gottesdienstbesucher erleben, wie die kleine Lotta Walther das Sakrament der Heiligen Geistestaufe empfängt. Die Sänger singen vorbereitend das Lied aus dem Jugendliederbuch „Herr sei vor uns und leite uns“ (JLB 30). Der Bezirksapostel macht in seiner Ansprache deutlich, dass die Erziehung eines Kindes bereits im Mutterleib beginnt. Das Kind kommt auch nicht schon mit seiner Muttersprache auf die Welt, sondern erlernt diese durch die Vorbildfunktion der Eltern. In dieser Weise sollen die Eltern dem Kind im Glauben ein Vorbild sein.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahls ist es dann soweit. Mit einem großen Dankeschön für seine von großer Liebe zu den Anvertrauten getragenen Mitarbeit in der Kirche Christi und im Besonderen in der Gemeinde Arnstadt wird Gemeindeevangelist Hartmut Walther in den Ruhestand versetzt. Priester Matthias Koch empfängt das Gemeindeevangelistenamt und wird als Vorsteher für die Gemeinde Arnstadt beauftragt. Das Bibelwort Philipper 4, 4 möge ihn auf seinem Weg begleiten:

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!“

R.G./M.H.